Ausdauertraining führt zu einer Vielzahl an positiven Effekten, insbesondere für die kognitive Leistungsfähigkeit. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität die kognitive Funktion und die neuronale Gesundheit erheblich verbessern kann. Ein zentraler Mechanismus hinter diesen Effekten ist die Erhöhung des neurotrophen Faktors BDNF, (brain-derived neurotrophic factor), eines Proteins, das entscheidend für das Überleben, das Wachstum und die Differenzierung von Neuronen ist. BDNF wirkt wie ein Wachstumsbeschleuniger und Stimulans für das Gehirn und fördert synaptische Plastizität, was die Lern- und Gedächtnisleistung verbessert.

Darüber hinaus stimuliert Ausdauertraining die Produktion von vaskulärem endothelialem Wachstumsfaktor (VEGF, vascular endothelial growth factor). VEGF spielt eine wesentliche Rolle bei der Angiogenese, also der Bildung neuer Blutgefäße, und verbessert somit die zerebrale Durchblutung. Eine bessere Durchblutung bedeutet eine effektivere Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen, was wiederum die neuronale Funktion und Gesundheit unterstützt. Langfristig kann regelmäßiges Ausdauertraining nachgewiesenermaßen zu einer Zunahme des Hirnvolumens führen, insbesondere in Bereichen, die für das Gedächtnis und die Exekutivfunktionen zuständig sind.

Besonders bemerkenswert sind die Effekte des High-Intensity-Interval-Trainings (HIIT) auf die Gehirnleistung. HIIT umfasst kurze, intensive Belastungsphasen, gefolgt von Erholungsphasen.

In Bezug auf die kognitive Funktion und die neuronale Gesundheit ist HIIT besonders effektiv und hat in vielen Studien überlegene Effekte im Vergleich zu moderatem Ausdauertraining. Die intensiven Intervalle scheinen eine stärkere Freisetzung von neurotrophen Faktoren wie BDNF zu induzieren. Eine Studie der University of British Columbia (2014) fand heraus, dass Probanden, die HIIT absolvierten, signifikant höhere BDNF-Spiegel aufwiesen als diejenigen, die moderates Ausdauertraining durchführten.

 

 

Quellen:

1. Voss, M. W., et al. (2013). “Exercise, brain, and cognition across the lifespan.” Journal of Applied Physiology

2. Cotman, C. W., & Berchtold, N. C. (2002). “Exercise: a behavioral intervention to enhance brain health and plasticity.” Trends in Neurosciences

3. Erickson, K. I., et al. (2011). “Exercise training increases size of hippocampus and improves memory.” Proceedings of the National Academy of Sciences.

4. Liu, P. Z., & Nusslock, R. (2018). “Exercise-mediated neurogenesis in the hippocampus via BDNF.” Frontiers in Neuroscience.

5. Ding, Y., et al. (2006). “Cerebral angiogenesis and expression of angiogenic factors in aging rats after exercise.” Stroke.

6. Piepmeier, A. T., & Etnier, J. L. (2015). “Brain-derived neurotrophic factor (BDNF) as a potential mechanism of the effects of acute exercise on cognitive performance.”

7. Griffin, É. W., et al. (2011). “Aerobic exercise improves hippocampal function and increases BDNF in the serum of young adult males.” Physiology & Behavior.

8. Krafft, C. E., et al. (2014). “Effect of acute exercise on hippocampal BDNF and cognitive function.” Neuroscience Letters.

9. Heisz, J. J., et al. (2017). “Short and long-term exercise training improves memory, increases hippocampal volume, and increases serum BDNF in young adults.”